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Nazi kommt über den Hinterhof : Rhein91
16 Juli, 2014

Nazi kommt über den Hinterhof

Lange war es still um den weit über die Grenzen Wilhelmshavens hinaus bekannten rechten Immobilienjongleur Robert Baar. Baar hatte die Stadt in mehreren Epochen in Atem gehalten

Die Akte Robert Baar begann bereits vor mehreren Jahrzehnten. Immer wieder tauchte der Name Baar im Zusammenhang mit Nazi-Aktivitäten in Wilhelmshaven auf. Ihm wurden enge Kontakte zu z.B. Thorsten de Vries (Gründer des verbotenen Deutschen Kamaradschaftsbundes DKB) und anderen Nazi-Kadern aus der Region nachgesagt.

Mitte der 90er Jahre stieg Baar beim SVW in Wilhelmshaven ein. Als Konsequenz teilte der damalige Oberbürgermeister Menzel mit, dass er aus Protest gegen Baar keine Spiele des SVW mehr besuchen würde.

Kurz vor seinem Suizid suchte ein führender Nazi-Kader aus Wilhelmshaven das Gespräch mit dem Netzwerk gegen Rechts. Helge E., der wenige Wochen nach dem Gespräch tot aufgefunden wurde, war der geistige Kopf der Wilhelmshavener Nazi-Kameradschaft AG Wiking und der NPD. Seine Verbindungen reichten bis in die Parteispitze der NPD.

In dem Gespräch berichtete Helge E. von der langjährigen, umfassenden und andauernden Unterstützung der Nazi-Kameradschaft AG Wiking und der NPD durch Robert Baar. So habe Baar der AG Wiking und der NPD Räumlichkeiten in der Börsenstraße besorgt. Ausgerechnet auf dem Hof der Musikkneipe Kling Klang tummelten sich über Monate Nazis aus der ganzen Region.

Die Wahlplakat-Ständer der NPD seien von Robert Baar eingelagert worden. Auch finanziell hätte Baar seinen „Kameraden“ immer wieder unter die Arme gegriffen. Laut Helge E. scheute Baar aber öffentliche Auftritte mit seinen rechten Freunden.

Der letzte öffentlich wahrgenommene Auftritt Baars fand 2007 statt. In Begleitung seines langjährigen Geschäftspartners Hartmut Heger tauchte Baar zum Versteigerungstermin der maroden Wilhelmshavener Eishalle auf. Zusammen wollten die beiden die Eishalle kaufen. Dieser Plan scheiterte an dem beherzten Widerstand des Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts.

Ein weiterer Firmenname ist die „CDC Grundbesitz und Verwaltungs GmbH & Co. KG“, die in Zusammenhang mit Robert Baar stehen soll. Die Firma besitzt das Haus Weserstrasse 81 in Wilhelmshaven. Auch dort tritt Robert Baar bei den Mietern als „Vertreter“ des Eigentümers auf. Sebastian Baar soll für den Abschluss der Mietverträge zuständig sein. Die Familie Baar wieder vereint.

2014 wird ein neues Kapitel um Robert Baar aufgeschlagen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Baar scheinbar ein neues Geflecht an Firmen aufgebaut. Dreh- und Angelpunkt sind diesmal wohl seine Söhne, Sebastian Baar und Tanjev Grimm. Auf seinen eigenen Namen scheint Robert Baar seit längerer Zeit keine Geschäfte mehr machen zu wollen (oder zu können?).

Im Zusammenhang mit aktuellen Käufen von Immobilien in Wilhelmshaven tauchen die Namen „Grimm Vermögensverwaltung UG“ (Tanjev Grimm) und die „Sturm/Grimm GbR“ (Tanjev Grimm und Michael Sturm) auf. Neben der Rheinstrasse 91 sollen auch die Gebäude des „Casa Grande“ (Gökerstrasse) und gegenüber der WZ (Parkstrasse) von der Sturm/Grimm GbR gekauft worden sein. Bezüglich weiterer Immobilien wird derzeit noch recherchiert.

Zwar taucht der Name Robert Baar bei diesen Firmen nicht auf, er spielt aber eine zentrale Rolle. Bei den Verkaufsbesichtigungen und bei Begehungen mit Handwerkern zieht Robert Baar scheinbar die Strippen. Oft im Schlepptau ist sein Sohn Sebastian Baar.

Genau dieser Sohn war es dann auch, der die Zusammenhänge ungeahnt deutlich schilderte. Als ein Bewohner der Rheinstrasse 91 Fotos von Handwerksarbeiten machte, stürmte Sebastian Baar sofort los. Sowas wäre nicht erlaubt. „Das Haus gehört meinem Papa“ tönte Sebastian Baar. „Wir dürfen hier machen, was wir wollen, das gehört alles meinem Papa“, führte der Sohn von Robert Baar weiter aus.

Die Frage, wem das Objekt auf dem Papier gehört und wer hier tatsächlich das Sagen hat, hat sich mit den Ausführungen von Sebastian Baar wohl erledigt. Das Auftreten von Robert Baar im Zusammenhang mit den Immobilien bekräftigt dieses Bild nur noch.

Sebastian Baar scheint auch politisch in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. So finden sich auf seinem Facebook-Profil unter seinen Freunden z.B. Marcel H., der mit dem derzeit inhaftierten Nazi Christian Schneeweiss ein Treffen des Netzwerk gegen Rechts angegriffen hatte. Auch weitere Namen z.B. aus dem rechtsradikalen Umfeld des SVW, sind unter seinen Freunden aufgelistet.

Direkt nach dem Erwerb der Rheinstrasse 91 machte sich die Strum/Grimm GbR einen guten Namen bei den Mietern. Es wurde ein Sperrmüll angekündigt, die Flure des Hauses würden „entmüllt“. Da Sperrmüll aber nur für Privathaushalte angeboten wird, hätte hier ein kostspieliger Container bestellt werden müssen. Das muss der Familie Grimm/Baar dann wohl zu teuer gewesen sein.

Also schickten sie einen Mitarbeiter los, um auf den Namen eines Mieters Sperrmüll zu beantragen, ohne diesen um Erlaubnis zu fragen. Kurzerhand wurden einfach die Daten auf dem Sperrmüllantrag gefälscht. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Urkundenfälschung.

Neben Immobilien scheint sich die Familie Baar nun auch in der Fischbranche zu tummeln. Getreu dem von Sebastian Baar ausgerufenen Motto (wir dürfen hier machen was wir wollen) ließ sich wohl Robert Baar (über welchen Namen auch immer) vor der Eingangtür zum Wohnhaus Rheinstrasse 91 einen Verkaufsstand in Schiffsform bauen.

Verkaufsstand in Schiffsform

Hierfür reisten extra drei Zimmerer der Zimmerei Steffen Wegner an. Über eine Woche bauten sie Kreis- und Stichsägen, Arbeitstische, Farb- und Holzlager direkt vor der Eingangstür und im Hausflur des Wohnhauses auf. Von 07.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends kreischten die Sägen. Dabei wurde das Schiff nicht nur montiert, sondern komplett aus Rohstoffen gefertigt.

Die Bewohner des Hauses, Besucher, auch Kinder, müssten sich zwischen laufenden Sägen drängen, über Stromkabel klettern und durch Wolken aus Sägestaub kämpfen. Das benachrichtigte Ordnungsamt interessierte sich ebenso wenig für diesen Sachverhalt, wie das Umweltamt der Stadt.

Mehrfach besuchten Robert Baar und sein Sohn Sebastian die Baustelle. Laut Auskunft der Zimmerer wurden diese von Robert Baar beauftragt.

Kaum war der Verkaufsstand fertig gestellt, begann das nächste Kapitel. Der Verkaufsstand in Schiffsform, gebaut auf einem fahrbaren Anhänger, wurde von einem Transporter vom Hof gezogen. Im Laderaum des Transporters stand während der Fahrt eine Person, die die Türen aufhielt. Der Anhänger hatte kein Nummernschild, der Aufbau keine TÜV-Abnahme, das Schiff keine Beleuchtung, keine Blinker, keine Absicherung.

Nun ging es mit diesem Gespann quer durch die Innenstadt, nach Zeugenberichten auch über eine rote Ampel, direkt zum neuen Standort des Schiffes in der Parkstrasse.

Der Müll an der Produktionsstätte, bestehend auf Holzabfällen, Latten, Brettern und Farbtöpfen, steht noch heute vor dem Eingang zum Wohnhaus. Ein paar Meter weiter, direkt am Eingang zum Kinderspielplatz des Hauses, wurden diverse Holzlatten mit mehrere Zentimeter herausragenden Nägeln/Schrauben abgelegt. Diese stellen seit Wochen ein erhebliches Risiko für die spielenden Kinder dar.

Auch in Zukunft werden wir ein genaues Auge auf die Tätigkeiten des Robert Baar und seiner Söhne werfen.